Der zweite Sonntag nach Ostern ist der Hirtensonntag. 

Das Bild des guten Hirten und seiner Schafe.

Es ist ein vertrautes Bild:

In Psalm 23 bete ich zu Gott, der mein Hirte ist. Vertraute und tröstliche Worte.

„Ich bin der gute Hirte“, sagt Jesus. Am Grab lese ich häufig diese Worte Jesu aus dem Johannesevangelium: „Ich bin der gute Hirte.“ (Johannes 10,11) Die Schafe kennen die Stimme des Hirten – und er sorgt für sie und lässt sein Leben für seine Schafe.

Bei Lukas steht das Gleichnis vom verlorenen Schaf (Lukas 15,4-7). Die unbändige Freude des Hirten über das eine seiner hundert Schafe, das er verliert, aber wiederfindet.

Das Bild des guten Hirten und seiner Schafe.

Es ist auch ein tröstliches und hoffnungsvolles Bild:

Jesus, mein Hirte, gibt mich nicht verloren.

Gibt alles für mich. Gibt sogar sein Leben.

Für mich. Für jeden Einzelnen.

Ich weiß nicht, ob ich das jemals ganz begreifen kann.

Ich weiß nicht, ob ich jemals diese Liebe verstehen oder sogar selbst geben kann.

Ich weiß, dass ich dankbar bin. 

Ostern hat eine Freundin von mir plötzlich diese Dankbarkeit gefühlt.

In ihrer Straße hat jemand mit Kreide ein Zitat aus der Bibel aufgeschrieben. Sie kann sich nicht einmal mehr erinnern, was genau dort stand. Aber die Worte haben etwas in ihr ausgelöst.

Auf einmal ist ihr bewusst geworden, dass Jesus sein ganzes Leben lang Liebe gepredigt hat. Und dass er selbst das allergrößte Leid auf sich genommen hat, um zu zeigen, dass es trotzdem noch möglich ist, zu lieben. Und dass diese Liebe, die Jesus gegeben hat, so kraftvoll ist, dass Menschen sich bis heute durch ihn miteinander verbunden fühlen.

Was für ein Ostern! Für sie. Für mich. Vielleicht ja auch für Sie. Trotzdem.

„Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“ (Johannes 15,12+13)

Ihr Pastor Matthias Groeneveld