Dein Spaziergang beginnt und endet, wo du magst. Wenn dich ein Ort zum Stehenbleiben oder Hinsetzen einlädt, dann mach das. Wenn du magst, liest du dir den Bibeltext und die Andacht für diese Woche durch. Am besten so, dass du es hörst. Halte inne. Bewege die Gedanken in dir. Spüre Gott in dir nach. Er ist bei dir. Ganz gewiss.

Bibelwort zum Sonntag

Der Engel Gottes redete zu Philippus. Er sprach: Geh auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza führt. Und Philippus stand auf und ging dorthin. Auf der Straße war ein Mann aus dem Land Äthiopien unterwegs. Er war ein mächtiger Mensch. Er war Schatzverwalter der Königin. Er war nach Jerusalem gefahren. Er hatte zu Gott gebetet. Nun war er auf dem Weg nach Hause. Er saß in seinem Wagen. Er las im Buch des Propheten Jesaja. Da sprach Gottes Geist zu Philippus: Geh zu dem Wagen. Da lief Philippus dahin. Er hörte: Der Mann las im Buch des Propheten Jesaja. Philippus fragte den Mann: Verstehst du auch, was du liest? Der Mann aber sprach: Wie kann ich es verstehen? Wer erklärt es mir? Der Schatzverwalter bat Philippus: Setz dich zu mir! Der Schatzverwalter las gerade über einen Menschen. Dieser Mensch verhält sich wie ein Lamm, das geschlachtet wird. Still und stumm. Er sprach: Sag mir. Über wen sagt der Prophet das? Philippus begann zu erzählen. Er predigte dem Mann das Evangelium, die gute Botschaft von Jesus. Die Straße führte an einem Wasser vorbei. Da sagte der Schatzverwalter: Da ist Wasser. Ich kann mich doch taufen lassen! Er ließ den Wagen anhalten. Beide stiegen aus. Beide gingen in das Wasser hinein. Philippus taufte den Schatzverwalter. Der Schatzverwalter drehte sich um. Aber Philippus war nicht mehr zu sehen. Der Schatzverwalter war allein. Er fuhr fröhlich weiter. (Auszüge aus Apostelgeschichte 8,26-39 in Leichter Sprache)

Andacht von Diakonin Maren Mittelberg, Inklusionsbeauftrage im ev.-luth. Kirchenkreis Osnabrück

Ein Mann ist unterwegs. Er liest in einem alten Buch. Aber er versteht die Worte nicht. Kenne ich das auch? Ich lese etwas, aber ich verstehe es nicht. Jemand spricht zu mir, aber ich höre es nicht? Philippus kommt genau in dieser Situation dazu. Er erklärt, was die Worte bedeuten. Das macht den Mann froh. Und das macht auch Philippus froh.

Dies ist ein gutes Beispiel für ‚gelingende Kommunikation‘. Manchmal brauchen wir Menschen Hilfe, jemanden oder etwas zu verstehen. Solche Hilfen können Gebärden, Symbole, Leichte Sprache oder elektronische Geräte sein. Aber auch andere Menschen können zu Übersetzungshilfen werden. Hier braucht es immer das Miteinander, eine offene Haltung, ein Gespräch auf Augenhöhe.

Philippus hat sich zu dem Mann gesetzt. Er hat sich auf seine Situation eingelassen. So kann es zum Verstehen und Verstanden werden kommen. Das macht froh. Und darüber hinaus können wir gewiss sein: Gott versteht uns – egal wie wir kommunizieren und auch schon lange, bevor wir verstehen.

Amen.

Gebet

Gott, du versteht uns, bevor wir verstehen. / Das ist gut. / Dafür danken wir dir. / Wir bitten dich, / lass uns nicht gleich den Mut verlieren, wenn wir etwas nicht verstehen. / Und lass uns dort zu Übersetzungshelfer*innen werden, wo wir es können. / Amen.

Segen

Gott segne uns durch deine heilige Geistkraft, / dass wir dich sehen auf den Gesichtern unserer Mitmenschen, / dass wir dich hören in den Worten anderer Menschen, / dass wir dich spüren, dort wo wir sind. / Amen.