Das sprachen KU 4-Kinder im gemeinsamen Ostergottesdienst in der Thomaskirche anderen aus ihrer Gruppe zu und dann auch der Gemeinde. Dabei hauchten sie sie an. So wie Jesus damals, als er seine zehn Jünger als Auferstandener überraschte: „Nehmt hin den Heiligen Geist.“ Seine zehn Jünger? Ja. Judas hatte sich zu sehr in seine überhöhten Erwartungen verrannt, dass er am Ende seinen Herrn, in den er doch alle Hoffnungen gesetzt hatte, verriet und schließlich sich selbst umbrachte. Und dann fehlte an jenem Tag auch Thomas. Er war mit seinen Zweifeln allein unterwegs in den Straßen Jerusalems. Ob er Trost suchte im alten Glauben, bei den Juden? Oder ob er versuchte, in der Stille und Einsamkeit Antworten auf seine Fragen zu bekommen? Thomas war schlicht nicht anwesend. Matthäus war da, wenn auch ängstlich, wie die anderen auch. Was würde jetzt aus ihnen werden? Wer würde ihnen zu Hilfe kommen? „Lasst uns die Türen abschließen“, sagt er, „es soll uns hier bloß niemand finden. Ein wenig schäme ich mich dafür, dass ich mit Jesus gegangen bin. Kann das alles nicht endlich zu Ende sein?“

„Nein“, sagt Jesus, als er an jenem Abend unvermittelt unter sie trat, „es ist nicht zu Ende. Doch sollt ihr Frieden finden. Frieden schließen sollt ihr mit dem Vergangenen. Versöhnen sollt ihr euch mit denen, mit denen ihr euch gestritten habt. Ja, ihr sollt sogar lernen, auch denen zu vergeben, die euch übersehen, bedrängt oder Unrecht getan haben. Der Heilige Geist, den ich euch heute einhauche, helfe euch dabei.“

Liebe Leserin, lieber Leser! Erkennen Sie sich in Thomas oder Matthäus wieder, oder gar in Judas? Haben Sie auch das tiefe innere Verlangen nach Frieden und Versöhnung? In erster Linie mit sich selbst und mit denen, die Ihnen am nächsten sind?

Dann lassen auch Sie sich anhauchen von Jesus Christus, dem auferstandenen Herrn. Er spricht auch zu Dir: „Friede sei mit Dir!“

Öffne Dich für diesen Frieden. Christus wird Dich nicht enttäuschen.

Ich wünsche Ihnen in dieser Oster- und Pfingstzeit viele solcher Glaubens-, Geist- und Friedenserfahrungen,

Ihr Cord-Michael Thamm