Sanftmut – eine ganz spezielle Form des Mutes, ohne Tamtam, ohne die Arroganz der Macht und Eitelkeiten.

Sanftmut ist So-sein, ein Da-sein, ein Kommen, ein Zugehen auf die Menschen – einfach nur so.

Ungeschützt und leicht kommt die Sanftmut auf einem Esel, wie es verheißen war. Wie es erwartet wurde über die Jahrhunderte. Oder auch vergessen, wer weiß. Langsam geht der Esel, störrisch. Ab und an mag er stehen bleiben. Sich weigern, weiterzutraben, erschrocken und scheu vor den Menschen, die sich verrückt benehmen. Ihm ihre Kleider in den Weg werfen und Zweige von den Bäumen schlagen.

Sanftmut, was für eine Eselei, so werden sie bald schreien, wenn der Sanftmütige die Stadt wieder verlässt.

Dann zu Fuß, ganz unten. Mit dem Kreuz auf dem Kreuz. Inzwischen wurde der Sanftmütige zum Umstürzler. Ging über Tische und Bänke und machte den Tempel wieder zu einem Bethaus.

Seltsam, dass ausgerechnet die, die verstehen müssten, nichts verstehen: Die Hüter des Heiligen, die Profis in Sachen Religion, die Hüter der Tradition.

Christhard Rüdiger

Lektorin Sabine Bretz


  • Vorbereitung. Musik oder Lieder für die Andacht heraussuchen (Singen; Instrument spielen; Musik auf CD oder im Internet abspielen). Gesangbuch und Bibel bereitlegen. Einen schönen Platz suchen. Zur Ruhe kommen. Eine Kerze anzünden.
  • Anfang. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
  • Psalm. Psalm aus dem Gesangbuch oder Internet lesen. Vorschläge: Psalm 22, Psalm 23, Psalm 36, Psalm 84, Psalm 86, Psalm 118.
  • Gebet.
    Gott, ich will Mut fassen, / dass meine Angst und meine Zweifel weichen. / Ich will leben von deiner Hoffnung / und von deinem Licht, das in mir leuchtet, / durch die Auferstehung deines Sohnes. / Amen.
  • Lied. Singen oder Musik hören.
  • Lesung. Bibeltext lesen. Vorschläge:
    • Johannes 12,12-19 (Palmsonntag)
    • Matthäus 26,36-46 (Montag)
    • Markus 14,3-9 (Dienstag)
    • Matthäus 27,27-30 (Mittwoch)
    • Lukas 22,7-23 (Gründonnerstag)
    • Johannes 19,16-30 (Karfreitag)
    • Markus 16,1-7 (Ostern)
  • Andacht. Andacht lesen oder hören.
  • Besinnung. Die Gedanken bewegen. Die Worte wirken lassen. Vielleicht darüber austauschen.
  • Lied. Singen oder Musik hören.
  • Vaterunser.
    Vater unser im Himmel. / Geheiligt werde dein Name. / Dein Reich komme. / Dein Wille geschehe, / wie im Himmel, so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute. / Und vergib uns unsere Schuld, / wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit / in Ewigkeit. / Amen.
  • Segen. Gott hülle uns in den Mantel seiner Liebe. / Gott schenke uns seine Nähe. / Gott verleihe uns seinen Frieden. / So segne uns Gott, der Vater, / der Sohn / und der Heilige Geist. / Amen.