Liebe Leserin, lieber Leser!

Im Winter am Morgen ist es am schlimmsten. Dann fällt mir das Aufstehen besonders schwer. Draußen ist es ganz dunkel und im Bett ist es doch so gemütlich. Wenn ich jetzt noch etwas liegen bleiben könnte…

Doch die Pflicht ruft – die Arbeit und die Schule der Kinder. Manchmal bin ich dann froh, wenn mir jemand zuruft: „Papa, steh auf und komm. Ein neuer Tag liegt vor Dir mit vielen neuen Möglichkeiten.“ „Das sag doch ich sonst immer“, entgegne ich. „Na eben! Also komm.“ Dann kann ich natürlich nicht widerstehen und ich steh auf und gehe!

 „Steh auf und geh!“ hatte Jesus zu jenem namenlosen Mann gesagt, der bereits seit 38 Jahren krank war und am Teich Betesda immer darauf wartete, dass sich das Wasser bewegte. Denn nach der Überlieferung wurde nur jener gesund, der dann in diesem Moment als erster in den Teich stieg. Das war ihm in all den Jahren zuvor nie gelungen. Jesus hörte sich nun diese, seine Geschichte an und sagte dann einfach diesen Satz: „Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!“ Er hatte die Situation genau verstanden und wusste, dass es nun an der Zeit sei, zu handeln. Jesus konnte es aussprechen.

Der Mann aber musste es tun:
Aufstehen, sein Bett nehmen und gehen. Mit welchem Ergebnis?
Mit dem Ergebnis, dass er die Erfahrung machte, dass er gar nicht mehr krank war, sondern geheilt und nun gesund seines Weges gehen konnte.

Dieser Aufruf Jesu ist das Motto des diesjährigen Weltgebetstags, zu dem uns Frauen aus den fünf Gemeinden unserer Stadtteile am 6. März einladen. Frauen aus Simbabwe haben die diesjährige Liturgie gestaltet.

Dieser Aufruf Jesu erreicht auch uns und lässt uns selbst fragen, wo wir gebraucht werden und wohin wir gehen sollen. Mancher Mangel und manche Schwäche, die wir bei uns selbst sehen und feststellen, erscheinen durch Jesus in ganz anderem Licht. Lasst und an seiner Haltung ein Beispiel nehmen und erstmal genau hinhören und die Situation richtig verstehen. Und dann, ja dann handeln und das richtige tun.

Lassen wir uns aus unserer Trägheit herausrufen und dann auch anderen zu guten Zuhörerinnen und Zuhörern werden, die schließlich sagen: „Steh auf und geh!“

Ihnen eine gesegnete Passionszeit,
Ihr Pastor Cord-Michael Thamm