(Predigt zu Lk 5,1-11)

Eine Geschichte fast so schön und fast so bekannt wie die Weihnachtsgeschichte: „Es begab sich aber zu der Zeit…“

… als sich die Menge zu Jesus drängte, zu hören das Wort Gottes. Da stand er am See Genezareth. Vermutlich schien die Sonne und es war sehr heiß.

Zur gleichen Zeit regnete es in dem Gebiet zwischen dem Osning und dem Kalkrieser Berg. Sümpfe, Moore, dichte Wälder prägten dieses Land. Und Kaiser Tiberius, der Stiefsohn und Nachfolger von Kaiser Augustus herrschte in Rom (14-37). Unter ihm wurde der Feldherr Germanicus in die germanischen Gebiete entsandt, um die Varus-Schlacht zu rächen (14 bis 16), was nicht wirklich gelang. Die germanischen Stämme, unter ihnen die Cherusker, wurden mehr und mehr sich selbst und ihren Stammesfehden überlassen. Die Nordgrenze des Römischen Reiches wurde fest gemacht und verlief nun entlang des Rheins und der Donau. Ein Jahrhundert später war dann auch der Limes zwischen diesen beiden Grenzflüssen fertiggestellt.

Die römische Zivilisation entfaltete sich zwischen Osning und Wiehengebirge zunächst nicht – geschweige denn der christliche Glaube.

Am See Genezareth waren die Menschen ihrer Zeit voraus. Sie durften bereits schnuppern und spüren, welche Kraft, welchen Trost und welche Vision Gott, der Schöpfer, Erhalter und Erlöser für die Menschheit hatte.

Dazu bedarf es keines Kaisers. Dazu bedarf es keiner Legionen. Dazu bedarf es keiner Völkermassen.

Dazu bedarf es eines Wortes, das an eine Person gerichtet wird:

„Simon, fahr hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!“

In der letzten Nacht nicht gefangen – keinen einzigen Fisch? Du hast keinen Erfolg gehabt bei Deiner Arbeit?

Das spielt keine Rolle! Schau nach vorn – nicht zurück. Vertrau ihm, der das sagt, dem Schöpfer, dem Erhalter, dem Erlöser – und tu, was er sagt – auf sein Wort hin.

Simon fuhr hinaus, wo es tief ist. Er warf mit seinen Männern die Netze aus. Gemeinsam fingen sie eine große Menge Fische.

So auch Du! Wenn Du seinen Ruf hörst: „Geh – versuch es noch einmal – auf mein Wort hin!“ Dann tu es. Probier es. Sei Deiner Zeit voraus. Es steht unter seinem Segen. Es lohnt sich. Du wirst es sehen.  Menschen, an Deiner Seite gehen Dir zur Hand. Sie helfen mit. Es ist nicht umsonst. Es wird Euch gelingen. Der Herr, Jesus Christus, wird Dich nicht enttäuschen. Amen

von Pastor Cord-Michael Thamm