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Karfreitag

Photo by Tim Gouw on Unsplash

Golgatha. Pessach. Wahrscheinlich schauen keine Hunderte zu. Schon gar keine 5.000, wie noch bei seiner Ankunft in dieser Stadt. Keiner jubelt mehr. Und an die Hosianna-Rufe will sich auch keiner mehr erinnern. „Ans Kreuz mit ihm“, hatten gerade noch die meisten gebrüllt. Wer will sich da schon rausnehmen…

Wie viele schauen noch zu? Wie viele bleiben? Es ist Pessach. Die meisten gehen nach Hause. Zurück zum Alltag. Schabbat, Pessach müssen vorbereitet werden. Und die Ereignisse vom letzten Sonntag sind so alt, dass sie längst vergessen sind. Palmblätter auf der Straße? Mag sein. Ist doch ewig her.

Golgatha. Von den Zwölf taucht nur einer auf, so berichtet es Johannes. Dafür drei Marias. Die Familie war da. Immerhin. Seine Mutter. Seine Tante. Und seine Maria, die ihm überall hin gefolgt war. Er war nicht allein. Er kämpft bis zur Erschöpfung. Damals zu Pessach, an einem Freitag im Frühling nach dem ersten Vollmond.

Wie viele stehen am Kreuz? Wie viele schauen zu? Er hat nicht gezählt. Aber er will, dass alle es sehen. Leiden und Sterben vor aller Augen, so sollte es sein. Er tut es. Mit letzter Konsequenz. Denn genau so ist es richtig. Auch wenn das unter dem Kreuz noch keiner versteht.

Jesus am Kreuz. Wenn niemand mehr bleibt. Ich bleibe da. Wenn alles einstürzt. Ich bleibe da.

Wenn du nicht weißt, wie du‘s schaffen sollst. Ich bleibe da. Er ist da und er ist gestorben, für die, die leben. Sein Leben in deinem Leben. Seine Kraft für deine Aufgaben. Seine Leidenschaft für dein Herz. Deine Last an sein Kreuz.

Jesus am Kreuz: Am Ende geht er in die absolute Dunkelheit. Am Ende bleibt er, wo wir uns verlieren. Am Ende gibt es keinen gottlosen Ort mehr. Am Ende sagt Jesus: „Es ist vollbracht!“

Pastor Matthias Groeneveld

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