Dein Spaziergang beginnt und endet, wo du magst. Wenn dich ein Ort zum Stehenbleiben oder Hinsetzen einlädt, dann mach das. Wenn du magst, liest du dir den Bibeltext und die Andacht für diese Woche durch. Am besten so, dass du es hörst. Halte inne. Bewege die Gedanken in dir. Spüre Gott in dir nach. Er ist bei dir. Ganz gewiss.

Bibelwort zum Sonntag

Hört nicht auf zu beten,
Bleibt stets wachsam und voller Dankbarkeit!
Betet stets auch zugleich für uns,
dass Gott für uns eine Tür öffnet.
Mit ihm verkünden wir das Geheimnis,dass Christus bei euch gegenwärtig ist. (Kolosser 4, Vers 1-3)

Andacht von Ruth Klinkert

In dem Brief an die Kolosser fordert Paulus dazu auf, jeden Tag zu beten und zu danken.

Als Paulus dieses schrieb, saß er im Gefängnis. Eingesperrt, weil er Christ war und glaubte.
Und doch war es ihm wichtig, Fürbitte zu halten für die, denen es nicht gut ging. Und auch für die, die nicht schuldlos an seinem Schicksal waren.
Und ihm war wichtig, jeden Tag „Danke“ zu sagen.

Das ist sicherlich nicht immer einfach, gerade in der heutigen Zeit. In der Zeit der Pandemie, in der es weltweit so viele Tote gibt.
Und es ist nicht selten, dass man als Angehöriger selbst betroffen ist.
Ich denke, da ist es schwer, danke zu sagen. Und dabei auch noch an Andere zu denken und für sie zu beten.
Doch wir dürfen auch klagen –  klagen über die vielen Einschränkungen, über Einsamkeit, über Verluste lieber Menschen.

Beten hilft, weil Gott uns hört und auch antwortet. Er schickt oft Menschen zu uns, die uns trösten und für uns da sind.
Bei uns im Krankenhaus ist es die Seelsorge, die für die Kranken da ist. 
Die vielen Covidpatient*innen, die einen schweren Krankheitsverlaufverlauf haben und ganz alleine sind, weil die Angehörigen nicht zu ihnen dürfen. Für sie können Gebete und Worte aus der Bibel sehr tröstlich sein.

Nicht nur für unsere Patient*innen sind Gebete wichtig, sondern auch für meine Kolleg*innen auf den Intensivstationen.
Für sie können wir Fürbitte halten.
Aber auch mir/euch tut es gut, wenn jemand in der Zeit des Zweifelns sagt:
Ich bete für dich, ich denke an dich. Das gibt Kraft, hilft , meinen Weg weiter zu gehen.

Nicht immer können wir glauben, dass Gott uns hört.
Oft fragen wir: Wo bist du? Warum antwortest du nicht?

Doch Gott antwortet, aber nicht so, wie wir es erwarten.
Im Leid aber ist er bei uns, trägt uns dadurch.
Ganz oft können wir erst später erkennen, dass das, was wir brauchen, von Gott gegeben wird.

Der heutige Sonntag Rogate ermuntert uns mit allem, was uns bewegt, zu Gott zu kommen.
Ihm erzählen, wie es uns geht. Ihm anvertrauen, was uns umtreibt.
Gott weiß genau,was wir brauchen, wonach wir uns sehnen.
Und wir dürfen uns darauf verlassen, dass

Gott uns hört.
Amen

Gebet

Das Gebet wählt ihr aus : Vater unser im Himmel/Geheiligt werde dein Name/Dein Reich komme/Dein Wille geschehe/wie im Himmel/so auf Erden/Unser tägliches Brot gib uns heute/und vergib uns unsere Schuld/wie auch wir vergeben unseren Schuldigern/Und führe uns nicht in Versuchung/sondern erlöse uns von dem Bösen/Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit/Amen.

Segen

Der Segen Gottes des Vaters / des Sohnes und des Heiligen Geistes sei mit euch jetzt und immer / Amen