Samstagnachmittag, 14 September, Generalprobe – die Spannung steigt. Ob wir wohl alles so gut „abliefern“, wie wir es uns (und natürlich auch für unsere Chorleiterin Cornelia Wille) von ganzem Herzen wünschen? Cornelia hat uns mit so viel Ausdauer und Geduld immer wieder Mut gemacht, eine gute Intonation eingefordert und noch einmal und noch einmal eine Stelle geprobt.

Du bist wirklich eine ganz tolle Chorleiterin! Wir danken Dir SEHR dafür, dass Du uns immer wieder zur Höchstform herausforderst!

Die Generalprobe beginnt. Das Streichquartett und die Pianistin sind da, voll konzentriert – und los geht´s! Die Probe läuft prima, man feilt hier und da – das muss reichen. Wird sicherlich gut klappen. Jetzt feiern wir unser 20-jähriges Bestehen noch ein bisschen, singen unsere zehn Lieblingsstücke, genießen das superleckere Essen vom Buffet, klönen noch nett und dann kommt der Sonntagmorgen, der 15. September:

Unser Adrenalinspiegel ist hoch genug – das freut die Intonation – und los geht es um 11 Uhr in der Thomaskirche mit einem fulminanten Vorspiel von Ninel Potaschnik, die am Klavier alles gibt! Christina Saft vom Kirchenvorstand begrüßt die Festgemeinde, Pastor Thamm erläutert und moderiert unsere Programmfolge, die sich aus Musikstücken verschiedener Epochen zusammensetzt – immer mit der Absicht, das Wort Gottes mit der Macht der Musik zum Klingen zu bringen.

Auch unser erstes Stück startet fulminant:  „Jubilate Deo – Lasst erklingen Jubelchöre!“ Schöner könnte ein Gottesdienst doch nicht starten. Das Streichquartett (Mona Weber, Gesa Ruprecht, Evelyn Baller und Gerda Engelbrecht) stützt uns wunderbar und lässt über allem noch ein wunderschönes „Flirren“ erklingen. Und auch das überträgt sich auf unsere Festgemeinde. Die Menschen in der Kirche strahlen aus den Reihen zu uns Chorsängern, sie lächeln uns an, sie sind gerührt und berührt! So soll es sein. Dann folgt von Gabriel Fauré ein herrlich romantisches Stück „Cantique de Jean Racine“, in dem sich die Streicher voll hingeben können, so dass wir mitfließen und auch dieses schwere Stück genießen dürfen – was für ein Geschenk. Nun wollen wir zeigen, dass wir es auch rhythmisch drauf haben und gehen mutig,  gut artikulierend an das „Cantate Domino“ von Karl Jenkins. Das macht so viel Freude und alle jubeln. Ich glaube, Herr Jenkins wäre stolz auf uns.  Dann folgt der altehrwürdige Herr Bach – klar der darf nicht fehlen – „Wohl mir, dass ich Jesum habe“. Ja – davon sind wir überzeugt! Und zum Abschluss darf die Gemeinde ebenfalls in den Lobgesang einstimmen, indem wir gemeinsam in einer Komposition von Charles Villieres Stanford „Lobet den Herrn“ singen. Mal mit Streicherbegleitung, mal mit Orgel. Ach – herrlich. Es macht solche Freude. Das bringen wir nicht nur mit unserem Gesang, sondern auch mit unseren Kommentaren zum Ausdruck, die wir im Vorfeld gesammelt haben unter der Überschrift: „Ich singe gern im Chor, weil …“.  So vielfältig, wie die Antworten verfasst wurden, so vielfältig sind wir im Chor und so vielfältig ist auch unsere Motivation, im Chor zu singen. Diese vielen unterschiedlichen Beweggründe fasste Pastor Cord-Michael Thamm in seiner Predigt auf ganz einfühlsame Weise zusammen, bündelte sie und vervollständigte so diesen wunderschönen Gottesdienst. Ein tolles Ereignis, ein toller gemeinsamer Moment und ein weiteres Mosaiksteinchen in unserer besonderen Chorgemeinschaft.  

Vielen Dank, liebe Cornelia, dass Du diesen Chor vor 20 Jahren gegründet hast, dass wir uns alle in der Thomasgemeinde gefunden haben und dass wir alle dort mitsingen und die Gottesdienste bereichern dürfen! Hoffentlich noch viele, viele Jahre!

Birgit Willenbrock

Foto: haste-töne-Foto