Die Liebe hat ganz viel mit dem Glauben zu tun. Echte Liebe liebt, auch wenn sie dafür nichts zurückerhält. Echte Liebe spricht nicht nur Worte, sondern kommt ins Handeln. Sie tut das Gute, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Sie tut nichts aus Furcht. Sondern sie vertreibt die Furcht.

Dem Glauben ist nichts egal. Der Glaube glaubt an das Gute – auch gegen den Augenschein. Im Glauben weiß der Mensch sich geborgen bei Gott, ja von Guten Mächten wunderbar geborgen. Aus dem Glauben wächst das Urvertrauen. Es ist das Vertrauen, das mich atmen lässt, das mir Mut macht und mich gewiss macht, dass es morgen wieder besser sein wird – und wenn nicht morgen, dann aber sicher übermorgen. Der Glaube beginnt einfach mit dem Neuen, mit dem noch nicht Probierten, nicht übermütig, aber eben mutig und besonnen!

So kann Johannes treffend von beidem schreiben: Dem Glauben und der Liebe:

Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe bei uns vollkommen, dass wir Zuversicht haben am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. (1 Joh 4,16b-19)

Ja, lasst uns lieben, denn er, Gott selbst, hat uns zuerst geliebt.

Fürchten wir uns also nicht. Nicht vor dem Virus. Nicht vor einer zweiten Welle. Nicht vor wirtschaftlicher oder sozialer Not. Wir sind als Christinnen und Christen geborgen in und bei Gott. Durch seinen Sohn Jesus Christus erhalten wir immer, ja immer wieder, wenn es denn nötig wird, eine zweite Chance. Am Kreuz hat er für alle Menschen und für alle Zeiten dafür gesorgt. Nie wird das Leben zu Ende gehen. Es wird sich winden, manchmal von Stürmen hin und her geworfen, aber es wird nie ausgelöscht werden. Die Liebe wird sich immer wieder durchsetzen gegen die Zerstörung und das Leben gegen den Tod. Der Geist wird jede und jeden von uns beflügeln auf diesem Weg des Lebens. Er wird uns beflügeln zu Taten der Liebe und zum Glauben gegen den Augenschein und zu einem besonnenen Weg aus der Krise.

Amen